Krall's publication, 1892, pp. 42-46
Bemerkungen zur Lesung
Columne I. Zeile 1.Zwischen af ind un? ist die Leinwand eingerissen. - Zeile 2. spanta? - Zeile 5. thui?
Columne II. Zeile 5. Es ist etwa cs':mene:m?utince zixn]e zu ergänzen. Am Ende der Zeile ist vielleicht s'[eti]ru nec zu lesen und zu ergänzen; vgl. Zeile 9. - Zeile 9. s'etirs:? - Zeile 11. zapfneth?
Columne III. Zeile 12. Nach dem zweiten etnam glaubte ich ein c zu sehen; wie viel Buchstaben am Schlusse verdeckt sind, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen, ich ergänze nach den Parallelstellen VII 17, X 11, VII 10 c[elucn], beziehungsweise c[elucum]. - Zeile 15. cesa, cela, ceie? - pisath? - peisin? - Zeile 17. mathas'? Zeile 19. Nach e?cir scheint nichts mehr gestanden zu haben. - Zeile 20. husine? - Zeile 23. Am Anfang der Zeile würde man nach den Parallelstellen hatec erwarten. Die erhaltenen Spuren erfordern jedoch sechs Buchstaben.
Columne IV. Zeile 6. methlumersc?? - Zeile 7. zarfneth? - Zeile 11. Die Ergänzung cletram s'rencve ist ganz hypothetisch, man könnte auch [nunthen]th? s'rencve oder anders ergänzen. - Zeile 12. alphazel?? - Zeile 18. Die Ergänzung ist typothetisch, da zu wenige Spuren der Buchstaben erhalten sind; vgl. VIII 13.
Columne V. Zeile 2. faile? - Zeile 14. Gehört der Punkt, von dem man Reste sieht, zu dem r und ist vielmehr eisers'ic zu lesen? - Zeile 17. In hevtai kann statt h auch a, statt v auch c gelesen werden. - trua? - epc? - Zeile 18. aclxn?
Columne VI. Zeile 1. e?s'? - th?e?z?i?]n?ce? - leis?? - Zeile 2 und 4. s'nusuph? s'nuiuph? - Zeile 3. peives', teives'? - Zeile 6. Nach nax steht wohl irrthümlich ein Punkt. - Zeile 12. i?n?? - Zeile 15. Nach luthi und acil glaubt man Spuren eines Punktes erkennen zu können. Für die Trennung luthti rax ture (statt luth tirax ture) scheinen mir die Parallelstellen raxth tur(a) (II 10 und 13, IV 9, 13, IX 6) zu sprechen. - Zeile 16. rainiem?
Columne VII. Zeile 5. Das Zeichen
am Ende der Zeile ist roth geschrieben. - Zeile 6. strile? - s'acnicn?? - Zeile 7. zal? - nrth?? - Zeile 12. Die Striche nach t?entha? sind roth geschrieben. - Die Lesungen c?n?t?n?a?m? th?e?s?a?n? sind nachden erhaltenen Resten der unteren Enden der Buchstaben gegeben. Der Schluss der Zeile bleibt zweifelhaft. - Zeile 13. nexie?? - Zeile 14. Am Schlusse der Zeile ist statt acil vielleicht avil zu lesen. - Zeile 15. cerene? - Zeile 16. Wahrscheinlich ist zu lesen: clevrnth, indem der Punkt zu dem r zu ziehen sein dürfte. - Zeile 19. ceper. - Zeile 20. eisvale? - Zeile 23. cepen?i?.
Columne VIII. Zeile 1. eivita? - Zeile 2. cuis'cva? - eiviti? - Zeile 5. fusina? - Zeile 6. raiveism? - Zeile 7. Der vierte Buchstabe dieser Zeile sieht einem x, der vierte der folgenden einem r ähnlich. Es ist jedoch sehr wahrscheinlich, dass wir in beiden Fällen denselben Buchstaben anzunehmen haben. - Zeile 8. In a[cil]th ist 'cil' von einem Fleck bedeckt. - Zeile 9. ciucthras'? oder ci:ucthras'?? - Zeile 12. zuvas'? - Zeile 16. eis'? - Zeile g 1. afxva? - Zeile g 4. husine? Die Ergänzungen des Stückes 3 a gebe ich nach den entsprechenden Stellen der mit der achten vielfach analogen dritten Columne.
Columne IX. Zeile 1. zapve?? - Zeile 13. methlumersc?? - Zeile 14. Man kann natürlich auch nethun[s'l ergänzen; vgl. IX 7 und XI 16. - Zeile 16. Wegen des dunkeln Fleckes, der die Enden der Zeilen an dieser Stelle deckt, lässt sich mit Sicherheit nicht sagen, ob auf tul noch var folgte. Raum dazu ist vorhanden. - Zeile g 2. thaxs'em?
Columne X. Zeile 2. c?u?i?, n?u?s?? - Zeile 5. Nach ati glaubt man Spuren eines Punktes zu sehen. - Zeile 6. Der Anfang der Zeile ist ganz problematisch. - Zeile 8. sui? - veitha? - Zeile 9. aclxa? - Zeile 10. veitha? - Zeile 11. ceiucn?? - Zeile 12. Die Lesung dieser auf zwei Binden stehenden Zeile ist zweifelhaft. - Zeile 13. Am Anfang der Zeile ict Raum für fünf Buchstaben, etwa thimit]le?? - cathnais'? cathneis'?? - Zeile 14. retna? - Die Lesung [s]u?zeri ist hypothetisch, statt z kann man auch t oder p lesen, von s ist keine Spur sichtbar. - Zeile 16. Nach teis' ist kein Punkt zu sehen. - Zeile 17. thuru? - mathlvac?? - Zeile 19. mutti? - Zeile 22. tac lena? - peisna? - Zeile g 1. thei[a?r?a?s'?] m?u?cu?s'?? - Zeile g 2. cesasie? - cisva?
Columne XI. Zeile 2. celi:pen? - Zeile 3. sritanas'a? - Zeile 4. p?u?r?, p?e?n?, s?u?r, x?u?r? - thic? - Zeile 5. Auf die richtige Lesung matam hat mich W. Deecke gebracht. Vgl. XII 9. - Zeile 6. mutc?e?th?i?? - Zeile 10. spurta? - Zeile 11. Die Lesung thesas ist zweifelhaft, statt a kann auch n, statt s auch l gelesen werden. - Zeile 12. ceial? - Zeile 13. In tuxlac könnte z statt l und e statt a gelesen werden. - Zeile 16. Die Lesung trin würde den Raumverhältnissen am besten entsprechen, von tr glaubt man Spuren zu erkennen. - Zeile 17. Auch vom ersten cialxus' sind einige Spuren sichtbar. - Zeile 18. Der Anfang dieser Zeile ist ganz problematisch. - Zeile g 2. afum? - Zeile g 3. Wahrscheinlich standen nach ri?nu?s'? noch einige Buchstaben. - Zeile g 5. mucus'?
Columne XII. Zeile 2. aisne? - Zeile 3 und 6. Zwischen kilar und thune (beziehungsweise thuna) ist keine Spur eines Punktes zu sehen. - Zeile 4. puis? - Zeile 7. capi;thu? - hinthi. - Zeile 9. Die Striche nach matam. sind roth geschrieben. - Zeile 10. Nach masn ein grösser Zwischenraum mit zweifelhaften Spuren eines Punktes. - uniai:ti?? Zeile 13. ciuctras'? - filar??
Die Prüfung des Textes zeigt, dass sehr oft zwei oder mehrere Wörter gleicher Endung durch ein oder mehrere Wörter verschiedener Endung getrennt werden. Ich lasse mehrere Beispiele folgen:
s'acnicleri cilthl s'pureri methlumeeric enas' s'veleric
raxth tura nunthenth und raxth tura hexs'th
hetum ale vinum usi trinum flere
s'acnicstres' cilths' s'pures'tres'c
hamphisca thezeri laivisca und hampheti etnam laeti
caperi zamthic vacl ar flereri sacnisa sacnicleri
pethereni ciem cealxuz capeni
putnam thu calatnam tei
suntnam cexa cntnam
etnam aisna ix matam | | | | | vacltnam thunem cialxus'
Namentlich auf Drund der letzten angeführten Beispiele, in welchen Zahlwörter erscheinen, wird es gestattet sein, in den meisten Fällen an Verbindung von Hauptwörtern mit Beiwörtern zu denken.Schon eine flüchtige Durchsicht des Textes lässt eine gosse Zahl von Parallelstellen erkennen, deren wichtigste hier zusammengestellt sind. Gleich in Columne II finden wir eine der am häufigsten vorkommenden Formeln vor.
II 5 ff. ethrse tins'i tiurim avils' xis'
cisum pute tul
thansur hathrthi repinthic
s'acnicleri cilthl
s'pureri methlumeric enas'
In ganz identischer Reihenfolge finden wir sie V 4 ff. vor. IX 3 ff. und IX 10 ff. kommt sie ebenfalls mit der Variante thans hathec repinec statt thansur hathrthi repinthic vor. Nur einen Theil der Formel finden wir in IX 20 und V 12 ff.
IX 20 ff. cisum pute tul
thans hathec repinec
s'acnicleri cilthl
s'pureri methlumeric enas'V 12 ff. cisum pute tul
thansur hathrthi repinthic
s'acnicleri cilthl
s'pureri methlumeri enas'
Den ersten Theil der Formel allein finden wir VIII 15 ethrse tins'i tiurim avils' xis'. In etwas abweichender Gestalt tritt uns diese Formel entgegen
IV 2 ff. IV 16 ff Vgl. auch II 8 ff. ethrse tins'i tiurim avils'
ec[n zeri] inc zec fler thezince
cisum pute t[ul
thans] hatec repinec
meleri sveleric
sv[ec an] cs' mele thun
mutince thezine
ruz[e xxxxxxx]
s'pureri methlumeric enas'cisum pute tul
thans hatec repinec
meleri sveleric
svec an cs' mele thun
mutince th[ezine
ruze luzlxnec]
s'pureri methlumeric enas's'veleric
svec an cs' mene
utince zixne
s'etiru nec
Die in IV 2 ff. eingeschobene Formel ec[n zeri] inc zec fler thezince finden wir
IX 8 ff. IX 1 ff. V 2 ff. zus'leve zarve faseic
ecn zeri lecin in zec fler thezince
s'acnics'tres' cilths' s'purestres' enas'
ethrse u. s. w.zus'leve zarve
ecn zeri lecin in zec fler thezince
s'acnicstres' cilths' s'pures'tres' enas'
ethrse u. s. w.ecn zeri lecin inc zec fasle hemsince
s'acnicstres' cilths' s'pures'tres'c enas'
ethrse u. s. w.
Aber auch in den sich anschliessenden Formeln können wir Parallelismus verfolgen.
IV 7 ff. V 7 ff. IX 13 ff. IX 6 ff. [tei fas'ei] zarveth zus'leves' nunthen [trinum f]leres' in craps'ti
cletram [s'renxve]
raxth tura hexs'th vinum
[xxxxxx c]letram s'renxve
raxth suth [cletram] s'rencve
nunthen estrei alphazei
cletram s'rencve
eim tul var
raxth tur nunthenth
fas'i cntram ei tul var
celi suth hexs'th vinm
trin flere in craps'ti
un mlax nunthen
xis' esvis'c
fas'ei cisum u. s. w.raxth suth nunthenth etnam farthan aiseras' s'eus'
cletram s'rencve
racth suth
nunthenth estrei alphazeieim tul var
celi suth nunthenth
eiser s'ic s'euc
xxxx mlax nunthen
xis' esvis'c
fas'ei cisum u. s. w.raxth suth nunthenth
&nbdp; &nbdp; &nbdp; zusleve fas'eic
farthan fleres netunsl
raxth cletram s'renxve
nunthenth estrei alphazeizusleve raxth eim t[ul var
nunthenth estrei alphazei
tei fas'i eim tul var
celi suth nunthenth
flere nethunsl
un mlax nunthen
xis' esvis'c
fas'ei cisum u. s. w.
raxth tur hexs'th vinum
trin flere nethuns'l
un mlax nunthen
Dieselben Formeln finden wir wieder in
II 10 ff. raxth tura nunthenth
cletram s'renxve
tei fas'ei zarneth zus'le
nunthen farthan aiseras' s'eus'
cletram s'rencve
[rax]th tura nunthenth
tei fas'ei nunthenth
IV 19 ff. V 14 ff. IX 22 s'in flere in craps'ti
xis' esvis'c
fas'e s'in aiser
fas'e s'in ais' cemnac
fas'eis' raxth sutanas'
celi suth eisna pevax vinum
trau pruxs's'in eiser s'ic s'euc
xis' esvis'c
fas'e s'in eiserfas'eis' raxth sutanas'
celi suth vacl u. s. w.s'in vinum flere nethunsl
xis' [esvis'cIX g 1
nacum aisna hinthu vinum
trau prucuna
Andere Parallelstellen finden wir:
III 18 ff. VIII 11 ff. VIII g 3 trinum flere in craps'ti
un mlax nunthen
thaclthi thar thi ecirhuslne vinum es'is esera nuera ars'e
fas'ei s'pures'tres
trin flere nethunsl
une mlax puths
thaclth thar tei zivas'
fler thezineruze nuzlxne zati zatlxne
s'acnics'tres' cilths' s'pures'tres' enas'[trin flere nethuns]l
un mlax nunthen
[thaclthi thar thi ecir]huslne vinum es'i [esera nuera ars'e]
fas'eic s'acnics'tres'
ferner
VIII 15 ff. X 9 ff. V 18 ff. hetrn aclxn ais' cemnax thezin fler vacl
etnam tesim etnam celucn trin alchetrn aclxn eis cemnac
ix velthaetnam tesim etnam celucn hinththin
hetrn aclxa ais cemnac
dann
XII 12 cluce caperi zamtic VIII 9 ff. clucthras' caperi zamthic
endlich
XII 11 acil an s'acnicn cilth cexa sal VII 6 ff. s'acnitn an cilth cexane sal
Es ist zu hoffen, dass auf Grund dieser parallelen Stellen unseres Textes, aus deren Vergleichung die Geltung der einzelnen Satzglieder sich ergibt, wir für Declination und Flexion des Etruskischen auf festen Boden kommen werden und der dunkle Schleier, welcher das Etruskische bisher bedeckt, gelüftet werden dürfte.Auf die hohe Wichtigkeit dieser parallelen Stellen als Controle für die richtige Anordnung der Binden ist bereits hingewiesen worden (S. 14).
Auch dieses häufige Vorkommen paralleler Stellen spricht für die Annahme, dass wir es mit einem Ritualbuche zu thun haben.
III. Index, pp. 46-58
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